Ganz im Zeichen des traurigen Verlusts des Gauschützenmeisters Johann Wachter stand die diesjährige Hauptversammlung des Schützengaus „Böhmerwald“ Waldmünchen im Hiltersrieder Generationenhaus. Kurz nach der letzten Jahresversammlung im Februar 2025 verstarb im April Hans Wachter im Alter von 70 Jahren und sein Stellvertreter Bernhard Ruhland musste den Schützengau kommissarisch übernehmen. Bei der Begrüßung der Anwesenden - unter ihnen auch OSB-Präsident Franz Brunner und OSB-Ehrenmitglied Franz Irrgang - freute es Ruhland besonders, dass die Vorstandschaft und die Vereine in diesem Jahr einen enormen Zusammenhalt zeigten.
So harmonisch, kurz und schmerzlos die eigentliche Versammlung über die Bühne ging umso mühsamer war es die Vorstandschaft mit dem vakanten Posten des ersten Gauschützenmeisters wieder vollständig zu besetzen. Nach einer kurzen Gedenkminute gab der kommissarische Gauschützenmeister einen Überblick über die Tätigkeiten im vergangen Jahr. Dabei standen für die Gauschützenmeister neben den zwei Gesamtvorstandssitzungen des Oberpfälzer Schützenbundes sieben Hauptversammlungen der Gau-Vereine sowie vier Königsproklamationen auf dem Programm. In diesem Bezug gab das Gauschützenoberhaupt die Informationen aus den Gesamtvorstandssitzungen an die Vereine weiter. Eine schöne Veranstaltung war sicherlich auch die Teilnahme am Vier-Gaue-Auflageschießen in Willmering. Ein weiteres Highlight war sicherlich der Besuch des 75-jährigen Gründungsfests der Rannersdorfer „Auerhahnschützen“, die mit ihrem Lichtgewehrschießen für ein positives Image des Schützensports sorgten.
Positiv fiel auch der Bericht des Gausportleiters Matthias Müller aus. Bei der letzten Gaumeisterschaft gingen 132 Schützen und 32 Mannschaften an den Start. Mit dem Zimmerstutzen gingen fünf Schützen und in den diversen Kleinkaliber- und Großkaliberdisziplinen waren es elf Schützen. Ein großes Dankeschön vom Gausportleiter ging hier an Stefan Rückerl für die Durchführung der Luftdruck Gaumeisterschaft, Tobias Hausner für die Zimmerstutzen GM, und Susi Heiland für die Scharfwaffen GM. Bei den Gaumeisterschaften sei von der Teilnehmerzahl ein positiver Aufwärtstrend zu erkennen. Positiv sei auch der neunte Platz beim Präsidentenpokalschießen in Pfreimd zu erwähnen. Dabei nahmen mit dem Gewehr Antonia Plötz, Nina Heidinger und Natalie Heidinger sowie mit der Pistole Stefan Rückerl, Patrick König und Matthias Müller teil. Beim Landeskönigsschießen konnten alle Teilnehmer eine „Top-Ten“-Platzierung erzielen. Gaujugendkönigin Anna Troidl erreichte mit einem 205 Teiler beim Landesjugendschießen einen neunten Platz, Gaukönig Marco Melzer einen 10. Rang mit einem 122,3 Teiler beim Landeskönigsschießen. Antonia Plötz konnte einen starken 40 Teiler erzielen und wurde in der Wertung der Landesliesl hervorragende Sechste. Bei den Gauligen hat der Schützengau wieder drei Gauligen im Erwachsenenbereich im Betrieb. In den Gauligen „Auflage“ starten diese Saison zehn Mannschaften aufgeteilt in zwei Gruppen. Freihändig gab es zwar einen Rückgang der Mannschaften von sieben auf sechs Mannschaften, was aber für den Gau „Böhmerwald“ immer noch eine gute Anzahl ist. Momentan laufen die Vorbereitungen für die nächsten Gaumeisterschaften. Die Luftdruckmeisterschaften finden im Februar (20./21.) und März (13./14.) statt und der dazugehörige Ehrenabend mit Königsproklamation am 19. April.
Gaujugendleiter Patrick König berichtete von den Jugendranglistenwettkämpfen in Pfreimd. Des Weiteren standen für die Jungschützen die Teilnahme an der Gaumeisterschaft Lichtgewehr und sowie an der Landesmeisterschaft Lichtgewehr auf dem Programm. Im Oktober fand das 2. Landkreisjugendschießen in Blaibach statt, wo man einen starken dritten Platz eroberte. 2026 wird der Gau selbst mit dem Schützenverein „Alte Büchs'n“ Ausrichter sein. Im Oktober startete wieder die Gaujugendliga der Luftgewehrschützen. Auch die Gaudamenabteilung war im letzten Jahr sehr aktiv. Im Mai nahm der Gau am Benefizschießen des Oberpfälzer Schützenbundes teil. Beim Gaudamenschießen waren über 80 Teilnehmerinnen am Start, davon haben 49 Schützeninnen den Lieslschuss abgegeben. Gaudamenleiterin Silvia Irrgang bedankte sich in diesem Sinne bei den „Auerhahnschützen“ für die Durchführung und Organisation. Im November übergaben die Gaudamen eine Spende aus dem Kaffee- und Kuchenverkauf an den Frauennotruf. Im kommenden März/April sei je nach Wetterlage eine Gaudamenwanderung in Ast (Meditationsweg) geplant.
Nachdem Kassiererin Monika Hernadi einen detaillierten Bericht über Einnahmen und Ausgaben abgegeben hatte, wurde ihr von den Kassenprüfern eine ordentliche Arbeit bescheinigt und anschließend von den Teilnehmern der Hauptversammlung einstimmig die Entlastung erteilt. Bei den Grußworten freute sich der Präsident des Oberpfälzer Schützenbundes Franz Brunner über den hervorragenden Zusammenhalt des Schützengaus „Böhmerwald“ Waldmünchen. Die Versammlung wirkte recht harmonisch. Wenn man so in die Runde schaue, könne man meinen, dass es ein Verein wäre und keine 13 Vereine. Lobenswert sei auch die Jugendarbeit. Mit den neuen Möglichkeiten wie Blasrohr-, Lichtgewehr- oder Auflageschießen habe man im Schießsport mehr Varianten, wo man Schützen dazugewinnen könne. So hat der OSB zwar einen Verlust an Vereinen aber an Mitgliedern gewinnen können. Nach einem Rück- und Ausblick von Verbandsseite blickte das Verbandsoberhaupt, Franz Brunner, auch für den Schützengau positiv in die Zukunft, dass die Tradition des Schützensports nicht verloren geht.
Nicht so positiv fiel im vergangenen Jahr die Suche nach einem neuen Gauschützenmeister aus. Diese war bis zur Hauptversammlung erfolglos. Die Nachfolge Wachters war auch beim Tagesordnungspunkt Neuwahlen der JHV 2026 ein schwieriges Unterfangen. Nach langen Diskussionen kamen alle Anwesenden unter der Moderation der Ehrengäste OSB-Präsident Franz Brunner und OSB-Ehrenmitglied Franz Irrgang zu einer Lösung für die nächsten zwei Jahre bis zur offiziellen Neuwahl der Vorstandschaft. Sebastian Fleischmann (Auerhahn Rannersdorf) übernimmt den Posten des ersten Gauschützenmeisters. Carina Fleischmann (Weißenfels Steinlohe) wurde von den anwesenden Mitgliedern als dritte Gauschützenmeisterin gewählt.
