Historisches

1953 – 1972 (Gebietsreform 1973)

Von Anfang der 50iger und 60iger Jahren wurden die meisten Schützenvereine in unserer Gegend gegründet. In manchen Ortschaften wurden sogar zwei oder drei ins Leben gerufen, meistens konnte jedoch nur einer davon überleben. Die Schützen verehren noch heute ihren Schutzpatron, den Heiligen Sebastian, der, durch mehrere Pfeile getroffen den Märtyrertod fand. Sein Gedenktag wird am 20. Januar begangen. Die Vereine schlossen sich meistens größeren Verbänden an, entweder dem Oberpfälzer Schützenbund (OSB), der am 30. Oktober 1898 in Schwandorf gegründet wurde, oder dem Bayrischen Sportschützenbund (BSSB), der seit 1950 existiert. Der Oberpfälzer Schützenbund untersteht wiederum dem Deutschen Schützenbund (DSB), der 1861 in Gotha  ins Leben gerufen wurde. Die Schießlokale wurden meist in privaten Gaststätten eingerichtet. Der Großteil der Vereine verfügte nur über einen Schießstand, der nach den damaligen Landratsamt-Auflagen abgesichert sein musste. Ein Walther-Luftgewehr mit Knicklauf kostete zu dieser Zeit ca. 250,--DM. Ein Mitgliedsbuch, das jedem gemeldeten Schützen ausgehändigt und jedes Jahr mit einer Jahresmarke der Versicherung ergänzt wurde, schlug mit 0,50 DM zu Buche.

Der Oberpfälzer Schützengau „Böhmerwald Waldmünchen“ feierte am 26. April 2003 sein 50-jähriges Bestehen.

Am 12. April 1953 trafen sich 29 Männer und 1 Frau aus 5 verschiedenen Vereinen im Gasthaus Frank (Ruafn) in Waldmünchen, um den Schützengau "Böhmerwald Waldmünchen" ins Leben zu rufen.

Die Vereinbarung bekräftigten die Anwesenden mit ihren Unterschriften 

Namen und Vereine der Anwesenden Gründungsmitglieder

 

Mit der Gründung des Schützengaues schlossen sich 10 Vereine mit ca. 250 Schützen dem Oberpfälzer Schützenbund, der seinen Sitz in Schwandorf hatte, an:

Schwarzachthal Waldmünchen
Adlerauge Waldmünchen
Böhmerwaldschützen Waldmünchen
Hammerschützen Waldmünchen
Hohenstein Geigant
Auerhahn Rannersdorf
Waldbuam Neuhütte
Schützenverein Höll
Gemütlichkeit Tiefenbach
Böhmerwaldler Tiefenbach

Bis zum Juni 1954 kamen mit 'Immertreu Rhan' und 'Steiz'n Ulrichsgrün' zwei weitere Vereine hinzu.
Am 22. Mai 1955 fand die erste Delegiertentagung statt. Dort beschloss man die erste Gau-Satzung mit 12 Paragraphen und wählte seine erste Gauvorstandschaft:
1. Gauschützenmeister - Karl Hermannsdörfer
2. Gauschützenmeister - Gustav Guldan
3. Gauschützenmeister - Oskar Lommer
1. Gau-Geschäftsführer - Walter Pape
1. Gau-Kassier                - Hans Pree 
Gau-Pressereferent        - Dr. Rudolf Gunkel
Gau-Schießleiter und Zeugmeister - Baptist Schönberger

Ludwig Moser wurde zum Gau-Ehrenschützenmeister ernannt.

Das Schützenwesen in den Gauen wurde allg. geprägt durch vereinsinterne Schießveranstaltungen oder Freundschaftsvergleiche mit anderen Vereinen. Überregional veranstaltete der Schützengau "Böhmerwald Waldmünchen" vom 17.-25. Juli 1954 das erste Gauschießen im Rahmen des Heimatfestes in Waldmünchen. Die TV-Halle fungierte als Schießhalle, über 150 Schützen aus der ganzen Oberpfalz traten an die Stände und kämpften um Pokale und Preise.
Die Gaurundenwettkämpfe wurden erstmals im Jahre 1972 ausgetragen.

1973 - 2003

Im Jahre 1973 wurde die Gebietsreform umgesetzt, Waldmünchen verlor seine Eigenständigkeit und kam zum Landkreis Cham. Diese Umstrukturierung machte sich auch im Schützengau deutlich bemerkbar. Von den ursprünglich 32 Vereinen blieben durch Auflösungen und der Gebietsreform noch 13 Vereine übrig:
Tannenbaum Ast
Auerhahn Rannersdorf
Bergschütz Obernried
Bierlschützen Hiltersried
Drachenfels Treffelstein
Gemütlichkeit Tiefenbach
Eichenlaub Biberbach (vormals Eichenlaub Stratsried)
Ritterschützen Geigant (vormals SV Geigant - Schützenabteilung)
Perlsee Waldmünchen
Weissenfels Steinlohe
Schwarzachthal Waldmünchen
Sonnhof Herzogau
Eintreff Schönthal

Der Schützenverein "Alte Büchs'n" Waldmünchen wechselte im Jahr 1995 vom BAyr. Sportschützenbund zum Oberpfälzer Schützenbund und damit zum Schützengau "Böhmerwald Waldmünchen".

Sein 25-jähriges Jubiläum feierte der Schützengau "Böhmerwald Waldmünchen" im Oktober 1978.
Vor den Feierlichkeiten wurde ein großes Pokal- und Preisschießen an den Ständen der Ritterschützen Geigant veranstaltet.
Am Samstag, den 14. Oktober 1978 um 19.00 Uhr wurde in der Pfarrkirche in Ast ein feierlicher Gottesdienst zu Ehren der verstorbenen Mitglieder zelebriert, deren Namen einzeln verlesen wurden. Die Gauvereine waren mit ihren Fahnen anwesend und der Gottesdienst wurde von der Jagdhornbläsergruppe Waldmünchen musikalisch umrahmt.
Anschließend fand ein Ehrenabend mit Preisverteilung im Gasthaus Platzer in Rannersdorf statt. Schauschützenmeister  Michael Weichs begrüßte die anwesenden Schützen  und Ehrengäste, unter ihnen Bürgermeister Heinrich Eiber, OSB-Präsident Willi Sieber und Vizepräsident Karl Lotter (beide aus Schwandorf) und einige Waldmünchener Stadträte. Es folgte ein Rückblick auf die vergangenen 25 Jahre im Gau mit anschließender Verteilung der Pokale und Preise  des Schießens vom Vorabend 

Erinnerungen an den Festabend im Gasthaus Platzer in Rannersdorf

 

Delegierten- und Schützentag am 24. September 1982 in Waldmünchen

Eine besondere Ehre wurde dem Schützengau "Böhmerwald Waldmünchen" mit der Ausrichtung des Delegierten- und Schützentages für alle Vereine im Oberpfälzer Schützenbund im September 1982 zuteil. Es folgt ein auszug aus dem Programm vom 24. September 1982:

09.00 Uhr 
Sitzung des Gesamtvorstandes des Oberpfälzer Schützenbundes im Hotel zur Post.

10.00 Uhr'
Empfang im Rathaus durch den 1. Bürgermeister Heinrich Eiber, anschließend Weißwurstfrühstück im Hotel zur Post.

13.30 Uhr
Aufstellung der Vereinsabordnungen des Schützengaues mit Fahnen und Schützenkönigen- und Liesl'n am Marktplatz zum Marsch in die TV-Halle.

14.00 Uhr
Beginn der Delegiertenversammlung mit Gruß und Bericht des Präsidenten Willi Sieber, Grußworte der Ehrengäste und Ehrungen. Anschließend Verlesung des Protokolls vom Schützentag 1981. Kurzberichte des Landessportleiters, des Jugendleiters, der Damenleiterin und des Schatzmeisters. Revisionsbericht, Genehmigung des Haushaltsplanes 1983, Gemeinnützigkeit, Leistungszentrum Pfreimd, Wünsche und Anträge.

Im Laufe der Jahre wuchs der Schützengau "Böhmerwald Waldmünchen" auf 17 Vereine mit 1.335 Mitgliedern an. Die Schießdisziplinen wurden vielfältiger, die anforderungen an die Sportschützen immer höher. Moderne Trainingsprogramme und technisch verbesserte Waffen führten zu höheren Leistungen. Daran hatte das zwischenzeitlich gegründete Leistungszentrum in Pfreimd erheblichen Anteil. Ziel aller Sportschützen war und ist es, sich für Wettkämpfe in Pfreimd zu qualifizieren.
Diese hohen Anforderunen konnten jedoch nicht von allen Aktiven erfüllt werden. Besonders die älteren Schützendamen- und herren, vielfach auch Gründungsmitglieder ihrer Vereine, fühlten sich überfordert. Um sie wieder an die Schießstände zurückzuholen, hat der "Oberpfälzer Schützenbund" 1997 das Ältestenschießen ins Leben gerufen. Auf Gauebene hat Schützenverein "Schwarzachthal Waldmünchen" die Initiative ergriffen und 2001 das erste Ältestenschießen organisiert.

 

Gauschützenmeister Franz Lindinger mit den Siegern des 1. Ältestenschießens in Waldmünchen

 

Eine weitere Ehrenaufgabe wurde dem Schützengau "Böhmerwald Waldmünchen" im Jahre 1998 übertragen - die Ausrichtung des Ordentlichen Schützentages des "Oberpfälzer Schützenbundes" am 24./25. Oktober 1998

 

Einladung des OSB an die Schützenvereine

 

 

 

 

Oberpfälzer Schützengau "Böhmerwald" Waldmünchen im Oberpfälzer Schützenbund e.v.